Monatsarchiv: August 2011

„Chill mal, Frau Freitag“ – Frau Freitag

In  „Chill mal, Freu Freitag“  geht es um ein Schuljahr der Lehrerin Frau Freitag. Sie unterrichtet an einer deutschen Gesamtschule, die einen extrem hohen Ausländeranteil und einen extrem kleinen Anteil an normalen, braven Schulklassen aufweist. Zu ihrem Alltag gehört es, die schule zu hassen und zu lieben, zu versuchen, die Schüler von ihrem enormen Schimpfwörtergebrauch abzubringen, ihre Klasse vor den anderen Lehrern zu verteidigen, Schlägereien zu regeln, mit dem „wir“ und „ihr“ der Ausländer kämpfen, Fragen zum Leben und zu Arbeit beantworten und nebenbei noch den Unterricht vorbereiten, halten und nachbereiten. Das ist Stress pur und hin und wieder zweifelt Frau Freitag an ihren Fähigkeiten und verzweifelt mit ihren Schülern.

 

„Chill mal, Frau Freitag“ ist wirklich lustig, ich musste mehrmals laut lachen beim lesen – Gott sei Dank zuhause. 😉 Allerdings habe ich öfter dran gezweifelt, ob es wirklich so zu geht in solchen Schulen. Ich meine das ist ja teilweise schon ganz schön extrem und ich fand es ziemlich unrealistisch, dass sich Frau Freitag dies alles gefallen lässt, ohne dass es ernsthafte Konsequenzen gibt. Ich kann mir das einfach nicht vorstellen. Da habe ich schon teilweise die Augen verdreht. Aber wenn ich dann solche Sachen las, wie über den Schüler, der davon überzeugt ist, dass ein „Spast“ ein „kleiner Vogel“ ist, habe ich dass fast wieder vergessen. Doch allgemein war mir Frau Freitag ziemlich unsympathisch und anstrengend und in dem Buch standen teilweise Sätze, die vielleicht 14-Jährige schreiben würden, aber keine erwachsenen Frauen, was mich besonders gestört hat, da mir eine schöne Sprache in Büchern extrem wichtig ist.

Ihr könnt also sehen, meine Meinung ist durchwachsen, so richtig begeistert bin ich nicht, aber das Positive überwiegt dann doch, aufgrund des Humors und den tollen Beschreibungen der Schüler und der Gespräche mit ihnen, die man so wirklich in den Schulen finden kann. Halt nur einen Hauch übertrieben.


Advertisements

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Literatur, Rezensionen

„Dienstags bei Morrie“ – Mitch Albom

Mitch Albom, von Beruf Sportjournalist, erfährt durchs Fernsehen von der Krankheit und dem baldigen Tod seines ehemaligen Lieblingsprofessors Morrie Schwartz. Obwohl er ihm damals, bei der Abschlussfeier vor 17 Jahren versprach Kontakt zu halten, hat er sich nie wieder bei ihm gemeldet. Und nun steht er vor dessen Tür und ist überrascht von der Freude und Zuneigung, seines Professors. Die beiden beginnen wieder mit Unterricht – aber diesmal erzählt ihm Morrie etwas über das Leben. Jeden Dienstag treffen sich die beiden, wie schon vor 17 Jahren, und Morrie gibt Mitch so manche Weisheit über das Leben weiter.

Dieses Buch ist einfach nur wundervoll. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen und ich war tief beeindruckt. Sowohl von dem Buch, welches sehr gut geschrieben ist, als auch von Professor Morrie Schwartz. Nicht nur wegen der Art und Weise, wie er seiner Krankheit und seinem baldigen Tod begegnet, sondern auch einfach nur aufgrund dieser Weisheit, die in jedem seiner Worte steckt. Die Gespräche zwischen Mitch und seinem Professor Morrie sind keineswegs hochkompliziert, sondern betreffen ganz normale Dinge des Lebens, wie Familie, Ehe, Glück, etc. Jeden Dienstag behandeln sie ein anderes Thema und bis zum Schluss sind Morrie’s Weisheit, Wissen  und seine Einstellung beeindruckend und bewundernswert. Ich glaube jeder hätte gerne so einen Professor als Mentor und jeder der einen solchen gehabt hat, kann sich glücklich schätzen. Dass Mitch Albom diese Gespräche aufgenommen und aufgeschrieben und später zu einem Buch verarbeitet hat, ist unser aller Glück, denn es gehört wirklich zu den besten Büchern, die ich gelesen habe. Nicht nur Mitch Albom denkt über sein Leben nach, sondern auch der Leser/ die Leserin denkt nach jeder Lektion über ihr eigenes Leben nach, wodurch aber das Lesevergnügen nur vergrößert wird. Ich habe während des Lesens Morrie Schwartz so schätzen und lieben gelernt, dass ich am Ende doch Tränen in den Augen hatte – und dass, ohne dass das Buch schmalzig wird und auf die Tränendrüse drückt. Ich bin mir sicher, dass ich dieses buch noch öfter lesen werde, denn langweilig kann es ob der intelligenten Gespräche und dieses beeindruckenden Charakters sicher nicht werden. Ich kann nur jeder und jedem sagen: Lest dieses Buch, ihr werdet es nicht bereuen und vielleicht so manchem ehemaligen Professor wieder schreiben! 🙂

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Literatur, Rezensionen

„Madame Cottard und eine Ahnung von Liebe“ – Rainer Moritz

Nathalie Cottard, eine selbstbewusste Buchhändlerin aus Paris lebt in selbiger Stadt alleine in ihrer Wohnung in Montmartre und überhaupt so immer gleich dahin. Eines Tages gibt es im Mietshaus, in der Wohnung über ihrer einen Wasserrohrbruch und ihre ganze Wohnung ist nass und feucht. So lernt sie, zum ersten Mal, ihren deutschen Nachbarn Robert, einen Korkenverkäufer, kennen, der ihr freundlich eine Unterkunft für die Nacht anbietet. Die beiden trinken Wein, erzählen sich alles mögliche aus ihrem Leben und verbringen allgemein einen äußerst vergnüglichen, angenehmen Abend. Das ist der Beginn weiterer Treffen und alsbald sprießt die Liebe in dieser wundervollen Stadt für diese beiden Menschen in wundersamer, unerwarteter Weise. Am Ende steht jedoch eine Entscheidung für beide an, die es in sich hat.

Rainer Moritz ist  mit „Madame Cottard und eine Ahnung von Liebe“ ein wundervoller, kluger Roman gelungen, der durch seine Sprache, seinen Witz, seinen Charme und vor allem durch die beiden wunderbaren, liebenswerten Hauptprotagonisten besticht. Auch der Charme von Paris, oder bestimmter Viertel in denen das Buch spielt, kommt sehr schön rüber, ist aber nicht übertrieben kitschig, sondern durchaus auch mal kritisch gegenüber dieser Stadt und ihrer Bewohner. Die Entwicklung der beiden zueinander hat mir besonders gefallen, beide rechnen nicht mehr damit, sich so zu verlieben und wie sie darauf und aufeinander reagieren, da sie ja doch sehr verschieden sind, ist wirklich sehr gut geschrieben!

Einfach ein wundervoller, kluger und liebenswerter Roman, für einen verregneten Sonntagnachmittag, um von Paris und der Liebe zu träumen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Literatur, Rezensionen